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Der Lenkdrachen unseres Lebens

Neues Jahr, neue Vorsätze. Der Terminkalender für 2017 ist schon wieder halb voll. Neue Pläne für ein neues Jahr werden geschmiedet. Fragen wie „Mit welcher Durchschnittsnote werde ich mein Abi schreiben?“, „Welche beruflichen und familiären Veränderungen stehen an?“, „Welche Aufgaben übernehmen wir?“, „Wo geht der Sommerurlaub hin?“. Diese Fragen bringen uns zum Planen, Vorkehrungen zu treffen und unsere Terminkalender zu füllen. Doch welche Rolle spielt unser Glaube an Gott bei unseren Plänen?   

 

In den Sprüchen 16, Vers 9 heißt es: „Der Mensch plant seinen Weg, aber der Herr lenkt seine Schritte.“ Viele kennen den Spruch: Der Mensch denkt, Gott lenkt. Aber was heißt das eigentlich für uns? Dieser Vers beschreibt eine Wahrheit. Es ist ein Prinzip und gleichzeitig ein Eingeständnis.  

 

Der Lenkdrachen

Dieses Prinzip möchte ich gerne an einem Lenkdrachen verdeutlichen. Einen Lenkdrachen - sinnbildlich für unser Leben - können wir lenken. Wir können planen, wohin der Drache fliegen soll.

 

Der Mensch plant seinen Weg…  

Ich kann - wie bei dem Lenkdrachen - an meinen Lebensschnüren ziehen. Mal nach rechts, mal nach links. Und mein Drache fliegt in die gewünschte Richtung. Und dieses Vorrecht ist auch gut und wichtig. Gott hat uns die Verantwortung gegeben, unseren Verstand einzuschalten und Pläne zu machen. Aber was ist, wenn ein Windstoß kommt, wenn der Wind nicht mehr weht und unser schöner Lebensdrache anfängt zu wanken? Jeder, der schon mal Drachensteigen war, weiß - das ist nicht gut. Vielleicht droht der Drache sogar abzustürzen. Was ist dann?

 

…aber der Herr lenkt seine Schritte.

Gott ist allmächtig. Wir sind ihm unendlich wichtig und wertvoll, aber wir müssen aufpassen, dass wir ihn nicht instrumentalisieren. Nach dem Motto: Wie beten nur, wenn unser Lebensdrache die Kontrolle verliert: „Hey, schick doch mal einen Windstoß und dann kannst du auch wieder gehen. Für mehr brauche ich dich nicht“. Es geht vielmehr um eine tiefere Erkenntnis. Wir haben immer nur einen begrenzten Horizont, begrenzte Möglichkeiten zu planen und egal, wie sehr wir uns anstrengen: Irgendwo hört unsere Planbarkeit auf - sie hat ein Ende. Manchmal kommt alles anders als gedacht. Vertrauen bedeutet eben auch loszulassen. 

 

Jemand hat mal gesagt: „Man muss bereit sein, sich von dem Leben zu lösen, das man geplant hat. Damit man das Leben findet, das auf einen wartet.“

 

Mit unserem Bild gesprochen heißt das, Gott zu erlauben meinen Lebensdrachen mit zu steuern. Er hat die Macht, für Aufwind zu sorgen und einen Absturz zu verhindern. Und das mit dem Wissen eines Menschen.  Wenn wir davon ausgehen, dass Gott in Jesus selbst Mensch wurde und weiß, wie schwer das Lenken eines Lebens manchmal sein kann, dann dürfen wir auch darauf vertrauen, dass er Ahnung davon hat unser Leben zu lenken. 

Jesus ist Experte darin, unsere Grenzen zu durchbrechen. Vor mehr als 2000 Jahren hat er am Kreuz bewiesen, dass selbst der Tod keine Macht über ihn hat. Er steht wieder auf und zeigt uns damit: Er ist Gottes Sohn, dem wir vertrauen können! Er hat eine Möglichkeit geschaffen, dieses Prinzip, diese Wahrheit „Der Mensch denkt, aber Gott lenkt“ zu unterstreichen. 

Ich denke, wir müssen zulassen, dass er sich hinter uns stellen kann. Wie ein Vater, der sich hinter sein Kind stellt, mit lenkt und so hilft, den Drachen in der Luft zu halten. Das Schwierige ist vielleicht nur zu akzeptieren, dass wir dieses Kind sind. Dass wir Kontrolle abgeben dürfen. Das Vertrauen dieses Kindes wünsche ich uns für das neue Jahr und darüber hinaus. Denn wir denken, aber Gott lenkt. 

 

             Sebastian van Marwyk